Schweigen schreit durch die Stadt

Der Kopf liegt schwer

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Der Kopf liegt schwer
Auf einem matten Spiegel,
Und grelle Sterne
Löschen diese Nacht.

Die Hände zittern,
Es zerbricht das Siegel,
Und rote Messer
Sind erwacht.

Das Herz schlägt hart
In kaltem Wasser,
Und niemand hört
Den leeren Schrei.

Die Wangen frieren,
Fahle Haut wird nasser,
Und weiße Flammen
Bersten frei.

Gesicht

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Die Hände tasten Tunnelwände,
Vor dir siehst du nur das Licht.
Und Schritte knistern unter grünes Flüstern;
An blauen Feldern warte ich.

Nebel zieht durch dunkle Gräser,
Ein Zug blitzt donnernd über Stahl.
Und Wasser rauscht im Mond durch Steine;
Halt mein Gesicht – nur dieses Mal!

Hoffnung stirbt gehetzt

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Beton und leise
Hebst du dich entzwei,
Trägst Blumen, Küsse
Durch die alten Tore.

Die Stille weint,
Und deine Hand muss fallen;
Metall stürzt schwer
Durch nasse Straßen.

Ein Wort verbrennt,
Taumelt in deinem Atem,
Und Hoffnung stirbt gehetzt
Zwischen den Barrikaden.

Neonblick

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Neonflügel
Drehn sich durch die Sterne.
Dein warmer Blick,
Der mir vergibt.

Und Lippen treffen sich
In meiner Ferne,
Wo grünes Licht
Sich sanft verliebt.

Schleier

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Goldener Schein strömt aus
Und glänzt im Wasser.
Graue Gesichter schwingen still
Durch den Nebel.

Du sitzt nebenan,
Dringst näher zur Stirn,
Und sanft haucht deine Hand
Über meinen Schleier.