Artikel

Frieden statt Erlösung

Ob im Licht oder im Schatten –
Lass die Fackel in der Hand
Und zieh weiter durch dein Leben,
Durch die Täler bis zum Rand.

Lass nicht den Weg von Furcht dir weisen
Und trau verzerrten Spiegeln nicht;
Geh langsam durch die tiefe Nacht,
Mit warmem Leuchten im Gesicht.

Trag die Flamme durch den Tunnel,
Lass sie brennen für den Feind,
Dass am Ende eure Asche
Sich im Wirbelwind vereint –

Sich langsam senkt auf neue Wege,
Boden gibt für neue Frucht,
Dem Fremden eine Spur entsende,
Der Liebe statt Erlösung sucht.

Artikel

Dunkelheit und Rauschen

Lass Schnee in dunklen Wipfeln singen,
Den Frost orange auf deiner Haut verglühn.
Lass jeden Schritt im Moder klingen
Und blauen Wind durch deine Haare ziehn.

Spür wie die Tropfen aus dem Firmament
Sich langsam in die Lunge setzen
Und harre aus, wenn alles rennt;
Lass süßes Harz den Mund benetzen.

Den schwarzen Tau aus Furchen nippen –
Und ist das Haupt auch noch so matt:
Sei Lächeln auf der Jugend Lippen,
Sei jeder Ast und jedes Blatt.

Freunde dich an mit Dunkelheit und Rauschen
Und stell dein Bett in diese Nacht,
Um niemals jenen Platz zu tauschen,
Der dich dem Himmel nah gebracht.

Artikel

Dämonenregen

Frost steigt aus Träumen
Durch die Schläfen heraus;
Dein Herz schnürt die Kehle,
Und es platzt in die Augen.

Dämonen aus Ruß
Kratzen in deiner Haut;
Im Kopf dröhnt der Schlund,
Und die Zunge schweigt bitter.

Feuer klärt Dunkel;
In den Wänden zuckt Licht,
Und Hitze rauscht dumpf
Über stechende Lippen.

Regen spült Asche
Und den Druck aus den Gliedern;
Im schwarzen Wasser
Öffnet sich dein Mund.

Artikel

Sirenen schreien weiter

Es ist immer noch ganz nah,
Nur ein dünnes Blatt dazwischen:
Brennendes Tau an deinem Herzen
Und mit dunklen Netzen fischen.

Kaltes Wachs spannt in den Schultern,
Schwere Knochen liegen lassen;
Keine Tränen für die Augen,
Keine klaren Gedanken fassen.

Keine Spiegel, keine Scheiben,
In deinem ausgebrannten Haus;
Die Passanten ziehn vorbei,
Nur der Wind geht ein und aus.

Und Sirenen schreien weiter;
Du schaust gebannt ins bunte Licht,
Bis von deinem hellen Körper
Nur noch ein Schatten übrig ist.

Artikel

Unser vernarbtes Lächeln

Für Tanja

Unser vernarbtes Lächeln
Schiebt sich langsam aus Wolken,
Und zitternde Hände
Vibrieren im Regen.

Aus der Haut leuchten Augen
Und suchen am Himmel;
Der Platz zwischen uns
Wartet einsam und kalt.

Durchfrorene Tränen
Schweben im Raum,
Werden heiße Diamanten
Im innigen Kuss.

Aus dem dunkelsten Abgrund
Brennen Sterne empor,
Umhüllen uns ganz;
Wir sind die hellste Sonne!