Traumnamen

Gedichte Christoph Müller Traumnarben

Im Schlaf hatte ich noch Augen,
Doch nun blinde ich umher;
Meine Namen entfielen mir,
Nichts kenne ich mehr.

Singe du nur deine Lieder,
Wiege mich ruhig in ihnen ein;
Dein Traum soll in meinen Augen –
Ein Name sein?

O du irrst vor meinem Antlitz,
Dieser Name bin ich nicht;
Und deine Küsse brennen durstig
Auf dem Lügengesicht.

Falle nicht darauf hinein,
Lasse die Masken weichen;
Wir sind nur hungrige Räuber,
Tanzen lachend über Leichen.

Und trunken vor Gier,
Besessen von Macht,
Taumeln wir schlachtend und fressend
Durch die tödliche Nacht.