Sonne

Schau,
Dort hinten
Öffnet sich die Sonne;
Schatten
Drehen sich durch
Staub.

Flammen
Würgen deine
Augen;
Herzschlag
Preßt durch deine
Haut.

Muskeln
Reißen deine
Knochen;
Maschinen
Rasen durch
Asphalt.

Wände
Kleiden deinen
Rücken;
Gesichter
Nehmen dir den
Halt.

Augenschein

Die Tage hängen
Wie an rostigen Fäden
Im Strom meines Pulsschlags.
Der Keller ist
Leer,
Und die Flächen
Rücken näher
Und
Bleiben an ihrem Ort,
Wie das Blutglas,
Meine Augen.
In dem Moment –
Bleib hier!
Nie kriecht
Der Schatten von der Haut,
Ist die spielende Hand
In meinen Gedanken.
Und Regen streicht goldene Spuren
Über die Finger:
Deine lächelnden, warmen,
Scheinenden Augen.
Manchmal, nachts,
Fließen am Himmel
Rote Schleier –
In tiefer Ferne.

Aufstieg

Weich tropfen Gedanken
Von den Lippen.
Du verbirgst Dich;
Wenn Du sprichst ist Nacht,
Deine Worte dunkel
In Rinnen.

Ein Zug
Fährt durch einen Tunnel.
Ich starre
In mein Gesicht
Im Fenster;
Die Köpfe vor mir hinter mir
Blicken mich an
Aus schwarzen Mänteln.

Durch eine Tür schlägt Wasser;
Beine werden angewinkelt.
Körper treiben an die Decke,
Um sich zu füllen.

Herzschlagfremde

Es fällt mir schwer
Zu sprechen.
Worte erscheinen mir
So fremd
Und leer.
Es ist dunkel geworden
In meinem Zimmer;
Ich habe versucht,
Die Sonne auszusperren.
Doch in mir brennt
Alles so zerrissen nichts.
Ich kann nicht
Ausbrechen,
Laufe ziellos
Durch die Gegend,
Weiß nicht, wohin
Ich soll.
Kannst Du meine
Schritte im Schnee hören?
Ich friere
In meiner Isolation.
Ich,
Ich,
Immer nur Ich.
Meine Finger krallen sich
In meine Rippen;
Könnte ich doch nur
Dieses Herz zudrücken,
Diesen Willen schließen.
Ich will leben!
Hörst Du mich pochen?
Hörst Du mich nicht –
Anklopfen?

Ersticken

Gebrochene Blicke
Zittern durch Nebel,
An Gittern entlang –
Spiegelstraße.
Fleischbeutel pochen
An Stahlseilen,
Messern,
Zwischen den Fassaden,
Den Wohnungen,
Den Gefängnissen.
Absurde Reime
Platzen auf,
Lachen,
Springen durch Rohre,
Suchen,
Schlagen in dein Gesicht.
Küssen erstickt.